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Die neue europ�ische Bauproduktenverordnung

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Bauchemie-NextStep

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Presseinformation

Breitgefächertes Themenspektrum rund um den Holzschutz

Ausgewählte Kernthemen der Holzschutzmittelindustrie standen im Fokus der Holzschutztagung 2019, bei der die Deutsche Bauchemie Ende November rund 70 Teilnehmer in Kassel begrüßen konnte. Den öffentlichen Vorträgen ging wie gewohnt ein

verbandsinterner Teil mit den Berichten der Geschäftsführung und aus den Holzschutzverbandsgremien voraus.

Eine aktive Gremienarbeit zu zahlreichen aktuellen Branchenthemen sowie eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit prägte die verbandsinterne Arbeit der in der Deutschen Bauchemie organisierten Holzschutzmittelhersteller. Wie Dr Peter Jüngel, Obmann des Fachausschusses 1 (FA 1) der Deutschen Bauchemie, in seinem Bericht zeigte, waren es nicht nur die ständig präsenten Themen wie das Biozidrecht, die Altholzverordnung oder die Holzschutznormung, an denen der FA 1 aktiv in verschiedensten Gremien und Expertengruppen mitwirkte. Neu hinzugekommen sind beispielsweise eine „Advocacy Initiative“, bei der auf politischer Ebene Defizite bei der Zulassung von Holzschutzmitteln aufgezeigt und Verbesserungsmöglichkeiten angestrebt wird, aber auch die Beteiligung an Forschungsprojekten zur Dauerhaftigkeitsklassifizierung von geschütztem Holz oder zur Entwicklung eines Qualitätsbewertungsprogramms für Außenbeläge aus Holz.
 

Aktuelles zur Meldung von Informationen für Giftnotrufzentralen

In einem gesonderten Beitrag innerhalb des verbandsinternen Teils berichtete Martin Glöckner von der Deutschen Bauchemie über den aktuellen Stand bei der „Meldung von Informationen für Giftnotrufzentralen (CLP, Anhang VIII)“. Bei seinem Überblick über die Meldepflichten informierte er u. a. darüber, welche Produkte von wem zu welchem Zeitpunkt an welche Stellen gemeldet werden müssen. Zudem zeigte er, wie eine Meldung vorbereitet und durchgeführt wird. Bei seinem Blick auf die dabei geltenden Fristen konnte er bereits von einer ersten Änderungsverordnung berichten, nach der die Frist für die Meldung von Verbraucherprodukten vom 01.01.2020 auf den 01.01.2021 verschoben wird. Mittlerweile ist auch schon eine zweite Änderungsverordnung in Planung, die dazu dienen soll, bestimmte Anwendungsprobleme zu lösen. Unter anderem nannte er hier eine Erleichterung hinsichtlich des Austausches von vergleichbaren Gemischkomponenten bzw. den Wechsel von Lieferanten für Gemischbestandteile. 
 

Zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit

In seinem Bericht zu den Aktivitäten des Verbands im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit stellte Dr. Peter Reißer von der Deutschen Bauchemie den derzeitigen Bearbeitungsstand für das Begleitheft zur „Folienserie Holzschutz“ vor. Es wird die von einer Projektgruppe des FA 1 erarbeitete und seit Dezember 2017 für die Fachöffentlichkeit als PowerPoint-Präsentation verfügbaren über 70 Folien zu den „Grundlagen und vertiefende Informationen zum Holzschutz und zur sachgerechten Anwendung von Holzschutzmitteln für Schulung, Vorträge und Praxis“ ergänzen und vertiefen. Der von der Projektgruppe „Decking/Terrassen aus geschütztem Holz“ erarbeitete Internetauftritt zum Thema „Holzterrassen“ ist mittlerweile abgeschlossen und freigeschaltet. Nun geht es darum, Erfahrungen und Feedback zu sammeln sowie den Bekanntheitsgrad der Internetseite https://www.info-holzterrasse.de/ weiter zu steigern und diejenigen, die eine Holzterrasse bauen wollen, auf die Verwendung geschützten Holzes aufmerksam zu machen. Aktualisiert und neu aufgelegt wurden in diesem Jahr das „Merkblatt für den Umgang mit Holzschutzmitteln“, sowie der Ratgeber „Holz schützen? – Aber sicher!“ – zwei Broschüren der Deutschen Bauchemie, die sich an die gewerblichen Verarbeiter und den Handel bzw. den privaten Endverbraucher richten.
 

Breit gefächerter (fach)öffentlicher Teil

Mit einem Vortrag zur „Dauerhaftigkeitsklassifizierung von schutzmittelbehandeltem und modifiziertem Holz gemäß DIN EN 350“ startete der fachöffentliche Teil der diesjährigen Holzschutztagung. Dr. Susanne Bollmus berichtete dabei von ihren, an der Universität Göttingen durchgeführten Untersuchungen zu diesem komplexen Thema. Ihren Schlussfolgerungen war zu entnehmen, dass auf Grund der von ihr detailliert beschriebenen Dauerhaftigkeitsprüfungen „eine Dauerhaftigkeitsklassifizierung von schutzmittelbehandeltem und modifiziertem Holz möglich war“. Allerdings – so die Referentin nach einem Blick auf die wichtigsten Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit – gibt es noch eine ganze Reihe offener Fragen. Zur Beantwortung dieser und weiterer Problemstellungen soll auch das oben bereits erwähnte und vom FA 1 unterstützte Forschungsprojekt DURATEST dienen. Dessen Zielsetzung ist es, einen Leitfaden zur Probennahme, Prüfung und Klassifizierung der Dauerhaftigkeit und deren Interpretation für die Bewertung der Leistungsfähigkeit von Holzmaterialien und Holzprodukten zu erarbeiten.

Ebenfalls mit behandeltem Holz bzw. Holzbauteilen beschäftigte sich in seinem Vortrag Dr. Boris Forsthuber von der Holzforschung Austria in Wien. Allerdings ging es bei dem angekündigten Titel „In die Glaskugel geschaut? Lebensdauervorhersage von beschichteten Holzbauteilen“ weniger um Hellseherei, sondern um ein ganz konkretes Lebensdauer-Vorhersagemodel, welches zur Prognose des ersten Wartungszeitpunktes eines beschichteten Holzbauteils entwickelt wurde. Wie er zeigen konnte, erhöht insbesondere eine „zeitgerechte Wartung“ die Lebensdauer von Beschichtungen. Die von ihm beschriebene „Reliability based SLP-Methoden“ geben die Zeit bis zum Erreichen eines Grenzzustandes an. Der verwendete empirische Modellierungsansatz erlaubt dabei im Gegensatz zu mechanistischen Modellen eine unmittelbare Anwendung in der Praxis. Vor allem kann dieses empirische Modell beliebig um neue Faktoren ergänzt werden – so der Referent. Interessant war in diesem Zusammenhang auch die Vorstellung der Konstruktion eines neuartigen, mehrseitigen Bewitterungsstands.

Stand bei den beiden ersten Referenten der Werkstoff Holz im Mittelpunkt der Ausführungen, so rückte mit den beiden abschließenden Vorträgen das Thema der Holzschutzmittel in den Fokus der Betrachtungen. Dabei berichtet Dr. Katharina Blümlein und Prof. Dr. Wolfgang Koch, beide vom Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin aus Hannover, über ein Forschungsprojekt zur “Inhalativen Exposition beim Verschäumen von Biozidprodukten“. Als zentrale Ergebnisse bei dem Vergleich von Sprüh- und Schaumapplikation hielten die Referenten fest, dass das Schaumverfahren, das auch mit bekämpfenden Holzschutzmitteln zum Einsatz kommt, für den Anwender „eine geeignete Risikominderungsmaßnahme“ im Vergleich zum Versprühen darstellt. Die Minimierung der inhalativen Exposition ist hierbei abhängig von der Schaumkonsistenz sowie der Düsen-Geometrie der jeweiligen Trägergeräte. Ein allgemeingültiger Reduktionsfaktor zur Risikobewertung ist aus den bisherigen Untersuchungen nicht ableitbar. Aktuell arbeitet man bei der Risikobewertung mit einem „1-Box-Modell“ zur Abschätzung der inhalativen Exposition bei der Schaumanwendung in kleinen Räumen (bis 300 m³).
 

Normung – oft ein hartes Geschäft

Im letzten Vortrag beschäftigte sich Dr. Rüdiger Plarre von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zunächst ganz grundsätzlich mit der „Nationalen und internationalen Holzschutznormung“ und stellte dann die Frage: „Was ist wichtig, was ist neu?“. Er rief zunächst nochmals in Erinnerung, dass normativ der Holzschutz in Deutschland durch die DIN 68800-Reihe geregelt ist. Zusammen mit dem Kommentar ergeben beide, so Plarre, „ein in Europa einzigartiges Regelkompendium im Holzschutz“. Die zu erwartenden inhaltlichen Neuerungen bei der DIN 68800 resultieren im Wesentlichen aus den notwendigen Anpassungen an neue gesetzliche Bestimmungen und Vorschriften oder dienen der Klarstellung. Besonders informativ waren auch die Ausführungen des Referenten zu den europäischen Normungsarbeiten bei der „Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten“. Dabei wollte er vor allem auch deutlich machen, dass bei Normen mit biologisch-naturwissenschaftlichen Inhalten immer berücksichtigt werden muss, dass es neben dem biologischen Regelfall auch Extreme gibt. So gilt es, am Ende stets verantwortungsvoll zu entscheiden, ob dem Normal- oder dem Extremfall Bedeutung beigemessen wird. Aus pragmatischen Gründen fordert die Regelsetzung Eindeutigkeiten. Auch wenn Normen keine Gesetze sind, sondern nur Empfehlungscharakter haben, so gewinnen sie immer dann an Bedeutung, „wenn sie allgemein anerkannt (also identitätsstiftend) sind und somit dem Wohle der Allgemeinheit dienen“ – so Plarre am Ende seiner Ausführungen.

 

Bildtext:

Referenten und Gastgeber der Holzschutztagung 2019 (von links): Norbert Schröter, Dr. Rüdiger Plarre, Dr. Peter Jüngel, Dr. Susanne Bollmus, Dr. Boris Forsthuber, Dr. Katharina Blümlein, Martin Glöckner, Prof. Dr. Wolfgang Koch und Dr. Peter Reißer.      

Foto: Deutsche Bauchemie

 

Die Deutsche Bauchemie repräsentiert als Industrieverband die gesamte bauchemische Branche in Deutschland. Das Spektrum der derzeit über 130 Mitgliedsunternehmen reicht vom kleinen und mittelständischen Spezialbetrieb bis zum weltweit operierenden Konzern. Mit rund 8,5 Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 32.000 Mitarbeitern erwirtschaften diese Unternehmen die Hälfte des europäischen Marktvolumens und etwa ein Viertel des Weltmarktes. Unter dem Dach des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) vertritt die Deutsche Bauchemie die Interessen Ihrer Mitgliedsfirmen, inklusive der deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne, gegenüber der Fachöffentlichkeit, Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien.

 

Ansprechpartner

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Norbert Schröter
Hauptgeschäftsführung

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