Muster-Umweltproduktdeklarationen (Muster-EPDs) für bauchemische Produkte

Der stetig wachsende Trend zum nachhaltigen Bauen führt zu einer steigenden Nachfrage nach Umweltproduktdeklarationen (EPDs - Environmental Product Declarations) für bauchemische Produkte. Um es den Mitgliedsunternehmen zu erleichtern, dieser Nachfrage mit vertretbarem Aufwand gerecht zu werden, erarbeitete die Deutsche Bauchemie vor einigen Jahren für die relevanten Produktgattungen sogenannte Muster-EPDs und ließ diese durch das Institut Bauen und Umwelt (IBU) verifizieren.

Teilweise griffen die zuständigen Europäischen Branchenverbände inzwischen das Konzept der Muster-EPDs auf, übertrugen die ursprünglich nur für Deutschland anwendbaren Muster-EPDs auf die Europäische Ebene und veröffentlichten sie unter eigenem Namen. Als Mitglied und Kooperationspartner dieser Europäischen Verbände sind die Deutsche Bauchemie und deren Mitgliedsunternehmen befugt, die Europäischen Muster-EPDs zu nutzen.

  • Epoxydharzprodukte
  • Polyurethanharzprodukte
  • Modifizierte mineralischen Mörtel
  • Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen
  • MMA-Harzprodukte
  • Betonzusatzmittel
  • Dispersionsprodukte
  • Baudichtstoffe (silikon-basiert) 

     


Muster-CE-Kennzeichnungen und Muster-Leistungserklärungen für bauchemische Produkte

Die europäische Bauproduktenverordnung (Verordnung (EU) Nr. 305/2011) ist am 24. April 2011 formal in Kraft getreten, wobei die für die Hersteller von Bauprodukten wesentlichen Artikel zum 1. Juli 2013 rechtswirksam wurden. Zu diesem Stichtermin wurde auch die bisherige EG-Bauproduktenrichtlinie 89/106/EWG vollständig zurückgezogen.

Seit dem 1. Juli 2013 müssen die Hersteller von harmonisierten Bauprodukten die CE-Kennzeichnung ihrer Produkte entsprechend der geänderten Vorgaben der BauPVO gestalten und anstelle der bis dahin erforderlichen Konformitätserklärungen Leistungserklärungen zur Verfügung stellen. Um die Mitgliedsunternehmen bei diesen Aufgaben zu unterstützen und um eine einheitliche Umsetzung der unterschiedlichen harmonisierten Normen zu gewährleisten, hat die Deutsche Bauchemie, für die einzelnen europäischen Normen, die in der Bauchemie relevant sind, Muster für die neue CE-Kennzeichnung und die Leistungserklärung nach BauPVO erarbeitet. Die ersten Fassungen der Muster-Leistungserklärungen und der Muster-CE-Kennzeichnungen wurden im zweiten Halbjahr 2014 überarbeitet, da der Anhang III der BauPVO mit einer delegierten Verordnung der Europäischen Kommission geändert wurde und die Muster an die geänderte Rechtsgrundlage angepasst werden mussten.

Weitere Informationen zur BauPVO können der Informationsschrift "Die neue europäische Bauproduktenverordnung" der Deutschen Bauchemie entnommen werden.

     


Informationen zu Bauchemie-Verwendungen für die REACH-Registrierung

Basis der REACH-Verordnung ist die Registrierung von Stoffen. Im Rahmen der Registrierung werden die Stoffe nicht nur mit ihren inhärenten Eigenschaften, sondern auch für die vorgesehenen Verwendungen, registriert. Nach erfolgter Registrierung dürfen Stoffe nur noch verwendet werden, wenn die vorgesehene Verwendung Bestandteil der Registrierung ist und die im Expositionsszenario beschriebenen Verwendungsbedingungen eingehalten werden. Innerhalb der Deutschen Bauchemie wurden die üblichen Verwendungsbedingungen für bauchemischer Produkte kategorisiert und mit Hilfe des sogenannten "Use Descriptor Systems" der europäischen Chemikalienagentur beschrieben. Mit Hilfe dieser Information kann der Registrant von Stoffen für die Verwendung im Bereich der Bauchemie eine Expositionsabschätzung durchführen und aus dieser Basis die Stoffsicherheitsbewertung durchführen.

Die kategorisierten Verwendungsinformationen der Bauchemie liegen in Form eines standardisierten Formats - der sogenannte UseMaps vor. Die vollständigen Informationen sind auf der hier verlinkten Internetseite der Europäischen Chemikalienagentur zu finden.