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Presseinformation

Über 100 Teilnehmer beim 4. Symposium Baudichtstoffe

Mit den Schwerpunkten Planung, Ausführung und Recht gelang es der Deutschen Bauchemie, die hohe Akzeptanz des Symposiums Baudichtstoffe in der Fachwelt auch in der 4. Auflage nachzuweisen. Hauptgeschäftsführer Norbert Schröter konnte am 8. November 2018 mehr als 100 Fachbesucher in Frankfurt-Höchst begrüßen.

Er gab zum Einstieg einen kurzen Überblick zum nationalen und internationalen Markt, die sich seit dem letzten Symposium 2016 kontinuierlich positiv entwickelt haben. Das Weltmarktvolumen für Baudichtstoffe liegt 2018 bei rund 9 Mrd. €, wovon Europa mit 3,6 Mrd. € den größten Anteil hält, gefolgt von Asien (2,5 Mrd. €) und Nordamerika (1,6 Mrd. €). 

Wie wichtig eine sachgerechte Planung von Bewegungsfugen in Neubau und Sanierung ist, erläuterte Mario Sommer (Sopro Bauchemie GmbH) anhand zahlreicher Praxisbeispiele. Er nannte Deutschland „das Land des schwimmenden Estrichs“ und zeigte auf, wo und wie genau die Planung ihre Vorgaben setzen muss, um am Schluss eine funktionierende und belastbare Fußbodenkonstruktion zu erhalten. Mario Sommer ging u. a. auch auf das Thema „barrierefrei“ ein und formulierte im Hinblick auf die Abdichtungsproblematik: „Barrierefrei heißt auch fürs Wasser barrierefrei!“ 

Karsten Ollesch (Soudal N.V.) referierte anschließend über die Anwendung spritzbarer Dichtstoffe in der Fenster- und Türenmontage und legte seinen Ausführungen hier das bekannte Drei-Ebenen-Modell „Innen dichter als außen“ zugrunde. Bei der Dimensionierung der Fugen lautet seine und die Empfehlung des Fachausschusses 7 der Deutschen Bauchemie: „Für Fugenbreiten ≥ 10 mm gilt die Faustformel Fugentiefe ~ halbe Fugenbreite, wobei die Fugentiefe nicht kleiner als 6 mm und nicht größer als 18 mm sein soll.“ Ein weiterer Schwerpunkt dieses Vortrags war die fachgerechte Dichtstoff-Verarbeitung bei Bauwerksanschlüssen und Verglasungsfugen.

In die Fugentechnik im landwirtschaftlichen Bauen führte Dr. Jochen Pohl (APO GEO-POHL AG) das Auditorium mit dem Thema „Wasserrechtliche Anforderungen an Fugendichtstoffe in Jauche-, Gülle-, Silage-Anlagen“. Er skizzierte die extrem hohen Vorgaben der entsprechenden Vorschriften- und Regelwerke, die in der Praxis so „fast nicht einzuhalten sind“. Verarbeitung von Fugen im landwirtschaftlichen Bauen erfolge oft unter ungünstigen Wetter-Umständen und enormem Zeitdruck, die Wahl des richtigen Dichtstoffes sei dabei mit die größte Herausforderung für Planer und Verarbeiter. 

Prof. Dr. h.c. Klaus Layer (Sachverständigenbüro Layer & Partner) schilderte seine Erfahrungen im Zusammenhang mit Dichtstoff-Einsätzen an Fenstern und Fassaden. Hauptursache für zum Teil extrem hohe Bauschäden in diesem Bereich seien Mängel in Planung und Ausführung von Baukörperanschlüssen. Prof. Layer zeigte anhand zahlreicher Praxisfälle, dass neben der falschen Materialauswahl oft auch fehlende Kommunikation zwischen den Beteiligten solche Schäden begünstigt.
Damit spielte er den Ball inhaltlich direkt zu Rechtsanwalt Han Christian Jung (Kanzlei Schiche & Jung), der die juristischen Folgen fehlender Kommunikation im „Bermudadreieck“ zwischen Auftraggeber, Planer und Verarbeiter sehr plastisch und nachvollziehbar darstellte. Er zeigte den Teilnehmern jeweils aus deren Sicht Strategien auf, wie man durch rechtzeitige Interaktion juristische Duelle vermeiden kann: „Der beste Prozess ist der, den man erst gar nicht führen muss!“

Wie immer beim Symposium Baudichtstoffe nutzten viele Teilnehmer die Möglichkeit zu Diskussionsbeiträgen und Fragen an die Referenten; hier trafen auch kontroverse Sichtweisen zwischen Herstellern, Architekten, Sachverständigen und Verarbeitern aufeinander – ein Effekt, der von den Initiatoren der Veranstaltung gefördert wird. Das nächste Symposium Baudichtstoffe der Deutschen Bauchemie findet im Spätherbst 2020 statt.

 

Bildtext Symposium 1:
Gastgeber und Referenten beim 4. Symposium Baudichtstoffe (von links:) Norbert Schröter, Mario Sommer, Petra Fischer, Karsten Ollesch, Dr. Jochen Pohl)

Bildtext Symposium 2: Han Christian Jung
Bildtext Symposium 3: Prof. Dr. Klaus Layer

Fotos: Deutsche Bauchemie

 

Die Deutsche Bauchemie repräsentiert als Industrieverband die gesamte bauchemische Branche in Deutschland. Das Spektrum der derzeit rund 130 Mitgliedsunternehmen reicht vom kleinen und mittelständischen Spezialbetrieb bis zum weltweit operierenden Konzern. Mit rund 8,5 Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 32.000 Mitarbeitern erwirtschaften diese Unternehmen die Hälfte des europäischen Marktvolumens und etwa ein Viertel des Weltmarktes. Unter dem Dach des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) vertritt die Deutsche Bauchemie die Interessen Ihrer Mitgliedsfirmen, inklusive der deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne, gegenüber der Fachöffentlichkeit, Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing.
Norbert Schröter
Hauptgeschäftsführung

Tel.: 069 / 25 56 - 1390
Fax: 069 / 25 56 - 1319

E-Mail: norbert.schroeternoSpam@vci.de