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Presseinformation

Holzschutztagung 2016 der Deutschen Bauchemie - Ausgewählte Kernthemen der Holzschutzmittelindustrie im Fokus

Rund 80 Experten aus dem Bereich Holzschutz trafen sich Ende November in Frankfurt am Main zur Holzschutztagung 2016 der Deutschen Bauchemie. Das breit gefächerte Themenspektrum, das ihnen geboten wurde, reichte von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche, über aktuelle Verbandsprojekte im Bereich Holzschutz, dem Sachstand zum Schutz von Holzfenstern und die beste verfügbare Technik bei der Holzkonservierung bis zu Fragestellungen bei der Verwertung von schutzmittelbehandelten Althölzern. Für Wendelin Hettler (BASF Wolman) war die Frankfurter Veranstaltung die letzte Holzschutztagung, die er in seiner Funktion als Obmann des Fachausschusses 1 der Deutschen Bauchemie leitete und moderierte.

Wendelin Hettler war es auch, der sowohl im verbandsinternen Teil als auch im öffentlichen Teil detailliert auf die "Kernthemen" einging, mit denen sich der Fachausschuss 1 (FA 1) im vergangenen Jahr beschäftigte.

Was die Branche bewegt
Zu dem "was die Branche bewegt" zählen aktuell einmal mehr die nationale und europäische Gesetzgebung und hier insbesondere die Biozidprodukteverordnung. Denn hier gibt es - so Hettler - auch nach 10 Jahren nach Einreichung der Wirkstoffdossiers immer noch "erhebliche Verzögerungen und enorme Probleme bei der Umsetzung". Vor allem beklagte er, dass die Leitlinien für die Anforderungen fortwährend geändert würden bzw. dass die Bewertungskriterien bei der Antragsstellung nicht festlägen oder während der Bewertungsphase geändert würden. "Eines der größten Probleme für die Antragsteller von Holzschutzmittelzulassungen ist, dass zum Zeitpunkt der Dossiervorbereitung und -erstellung andere Anforderungen gelten als zum Zeitpunkt der Bewertung oder gegenseitigen Anerkennung. Dabei wurde 2012 in einer Leitlinie festgelegt, dass für den Antragssteller die Anforderungen 24 Monate vor Antragstellung gültig bleiben sollen. Diese Festlegung sollte konsequent angewendet werden, denn "die Antragsteller brauchen Rechtssicherheit!" - so Wendelin Hettler.

Die neue Folienserie Holzschutz

Weitere Schwerpunktthemen des FA 1 waren die IED-Richtlinie, die Europäische Holzschutznormung sowie vom Fachausschuss eingesetzte Projektgruppen, darunter die PG "Info-Tool Holzschutz/Holzschutzmittel". Was sich im Detail hinter dem Projekt verbirgt, dies machte Dr. Peter Reißer von der Deutschen Bauchemie bei seinen Ausführungen zu der "neuen Folienserie Holzschutz" deutlich. Bei diesem Projekt geht es um die Weiterentwicklung der erfolgreichen Ausbildungsunterlagen "Folienserie Holzschutz" hin zu einer auf die modernen Medien zugeschnittene Darstellung der "Grundlagen und vertiefende Informationen zum Holzschutz und zur sachgerechten Anwendung von Holzschutzmitteln für Schulung, Vorträge und Praxis". Auf über 70 Folien wird hier in acht Blöcken ein Themenspektrum aufbereitet, dass vom Holz, seinen Eigenschaften und Schädlingen über Holzschutz und Holzschutzmitteln, deren Einteilung und Einsatzmöglichkeiten bis hin zu Fragen des Baurechts und Qualitätssicherungssystemen in Europa reicht. Nach ihrer Fertigstellung - geplant ist Ende 2017 - wird die neue Folienserie in zwei Formaten erhältlich sein: Als variabel und modifizierbare PowerPoint-Präsentation exklusiv für Mitgliedsunternehmen der Deutschen Bauchemie und als eine PDF-Version für Fachkreise. Zusätzlich wird ein elektronisches Begleitheft zur Erläuterung der Einzelbilder bzw. Themenblöcke angeboten werden.

Interessanter und abwechslungsreicher Vortragsteil
Fortgesetzt wurde der fachöffentliche Teil der diesjährigen Holzschutztagung mit dem Thema des vorbeugenden chemischen Schutzes bei Holzfenstern. Martin Wiesmann von der Remmers GmbH in Löningen zeigte, dass man sich hier oftmals "zwischen fachlichem Ideal und ökonomischen Optimum bewegt". Schwierigkeiten bereitet es nach Ansicht des Referenten, dass die Hinweise zur Planung von Holzschutzmaßnahmen für nicht tragende Bauteile in der Holzschutznorm, die den Planer verstärkt in die Pflicht nimmt, informativ geregelt und offen auslegbar sind, was Handlungsspielraum für Interpretationen gibt. Aus seiner Erfahrung heraus ist die DIN 68800 beim Fensterbauer noch nicht angekommen. Er sieht hier noch einen hohen "Beratungsnotstand". "Wir sind dabei aufzuklären, aber es ist noch viel Beratung notwendig" lautete sein Fazit, dass er mit der dringenden Empfehlung verband, "die durchgeführten (konstruktiven oder chemischen) Holzschutzmaßnahmen im Bauvertrag zu vereinbaren". Sonst mache sich der Fensterbau angreifbar - so Wiesmann.

Ein europäisches Projekt, dass in erster Linie die Imprägnierbetriebe, also die Kunden der Holzschutzmittelhersteller betrifft, stellte Gabriele Klein vom Joint Research Center in Sevilla vor. Unter der Überschrift "Beste verfügbare Technik bei der Holzkonservierung" konnte sie aus erster Hand über den "aktuellen Stand der Arbeiten zum STS/WPC BREF", der besten verfügbaren Technik (BVT) bei Betrieben, die mit organischen Lösemitteln umgehen bzw. Holz schützen, berichten. Dabei stellt sie die einzelnen Schritte des sog. "Sevilla-Prozesses" vor, der einem rechtsverbindlichen BREF-Dokument vorausgehen muss. Momentan ist die Informations- und Datensammlung noch in vollem Gang, so dass es derzeit noch keine konkreten Entscheidungen zur Festsetzung der besten verfügbaren Technik gibt. Die angestrebten BVT-Schlussfolgerungen betreffen dabei sowohl die Techniken (Emissionsvermeidung/-verminderung), als auch die entsprechenden Überwachungsmaßnahmen und werden dann in den einzelnen Mitgliedstaaten als rechtsverbindliche Grundlage für eine Betriebsgenehmigung herangezogen. Abschließend rief die Referentin nochmals die betroffenen Interessengruppen wie Industrie oder Anlagenbetreiber dazu auf, sich aktiv am BREF-Prozess zu beteiligen. "Nehmen Sie am Prozess und an der Daten- und Informationssammlung teil und stellen Sie ihre Informationen zur Verfügung, damit die Datenlage noch repräsentativer wird" - so ihr Appell speziell an die Anlagenbetreiber.

Am Ende der Veranstaltung stand ein Thema, das auch am Ende der Gebrauchsdauer aller verbauten Hölzer steht, nämlich die Entsorgung. Dr. Rainer Schrägle von der Technologica GmbH in Rutesheim betrachtete dabei die "Verwertung von schutzmittelbehandelten Althölzern im Spannungsfeld zwischen nationaler und europäischer Gesetzgebung". Nachdem er Begriffe wie "schutzmittelbehandelte Hölzer im Sinne des Abfallrechts", die unterschiedlichen "Altholzkategorien" oder den "Rechtsrahmen für die Einstufung und Verwertung schutzmittelbehandelter Hölzer erläutert hatte, wandte er sich so aktuellen Fragen wie denen nach der Produktverantwortung und vor allem der aktuellen Marktentwicklung bei der Holzentsorgung zu. So ist der Altholzmarkt heute auf der einen Seite durch ein gestiegenes Aufkommen geprägt, auf der anderen Seite gibt es keinen Zuwachs an Kraftwerkskapazitäten, weder bei der Stromproduktion aus Altholz noch bei der Wärmegewinnung. Dies ist politisch nicht gewollt, aber auch ökonomisch bedingt, aufgrund historisch niedriger Öl- und Gaspreise. Das Fazit, das der Referent daraus zieht, lautet daher: "Die Entsorgung schutzmittelbehandelter Hölzer wird dauerhaft anspruchsvoller und teurer werden". Angesichts dieses "Entsorgungsnotstands" rät Schrägle, sich selbst aktiv um Lösungen zu kümmern, da man sonst schon bald von Lösungen Dritter abhängig sein könnte. Als positives Beispiel führte er das vor einigen Jahren vom Deutschen Holzschutzverband (DHV) eingeführte, später aber wieder eingestellte, freiwillige Rücknahmesystem "System direkt" an.

Wendelin Hettler verabschiedet

Wie bereits eingangs erwähnt, war für Wendelin Hettler die Frankfurter Veranstaltung die letzte Holzschutztagung in seiner Funktion als Obmann des Fachausschusses 1. Im Frühjahr des kommenden Jahres wird er bei seinem bisherigen Arbeitgeber ausscheiden und nicht mehr als Obmann des Fachausschusses 1 der Deutschen Bauchemie fungieren, auch wenn er weiter in der Holzschutzbranche aktiv bleiben wird. Wendelin Hettler engagierte sich seit 27 Jahren für die Holzschutzbranche im Verband. Er leitete nicht nur über 15 Jahre den Fachausschuss 1, sondern er war als Vorsitzender der Gütegemeinschaft Holzschutzmittel maßgeblich an deren Entwicklung beteiligt. Auch im Bereich der nationalen und europäischen Holzschutznormung sowie beim Zulassungswesen für Holzschutzmittel war er überaus aktiv und hat sich stets in vorderster Linie gezeigt. Norbert Schröter, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauchemie, würdigte aus diesem Anlass das Wirken von Wendelin Hettler für den Verband und die gesamte Holzschutzbranche. "Er hat sich immer mit Herz und Leidenschaft für den chemischen Holzschutz stark gemacht, er hat viel bewegt und bewirkt. Er hat sich mit seinem Sachverstand, seinem enormen Fachwissen und seiner offenen und entspannten Art den Respekt und die große Wertschätzung der Branche erarbeitet und sich so um die Holzschutzmittelindustrie in Deutschland und Europa verdient gemacht" - so Norbert Schröter.

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Fotos: Deutsche Bauchemie

Bildtext Holzschutztagung 1
Referenten und Gastgeber der Holzschutztagung 2016 (von links): Norbert Schröter, Dr. Peter Reißer, Gabriele Klein, Wendelin Hettler, Dr. Rainer Schrägle und Martin Wiesmann.

Bildtext Holzschutztagung 2
Rund 80 Experten aus Industrie und Gewerbe, Behörden und Wissenschaft trafen sich in Frankfurt zur Holzschutztagung 2016.

Bildtext Holzschutztagung 3
Norbert Schröter, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauchemie, bedankte sich bei Wendelin Hettler für 27 Jahre erfolgreiche Verbandsarbeit und würdigte seine Verdienste um die Holzschutzmittelindustrie.

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Die Deutsche Bauchemie repräsentiert als Industrieverband die gesamte bauchemische Branche in Deutschland. Das Spektrum der rund 130 Mitgliedsunternehmen reicht vom kleinen und mittelständischen Spezialbetrieb bis zum weltweit operierenden Konzern. Mit rund 7,9 Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaften diese Unternehmen die Hälfte des europäischen Marktvolumens und etwa ein Viertel des Weltmarktes. Unter dem Dach des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) vertritt die Deutsche Bauchemie die Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen gegenüber der Fachöffentlichkeit, der Politik, nationalen und internationalen Behörden und Institutionen.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing.
Norbert Schröter
Hauptgeschäftsführung

Tel.: 069 / 25 56 - 1390
Fax: 069 / 25 56 - 1319

E-Mail: norbert.schroeternoSpam@vci.de