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Presseinformation

Gebäudesanierung nach Hochwasser 2013 – Kompetenzfeld für die Bauchemie

Die Premierenveranstaltung der Bauchemie-Fachtage zur Sanierung von Hochwasserschäden stieß beim Fachpublikum in Passau auf große Resonanz. Mehr als 100 Sachverständige, Planer, Architekten, Vertreter von Behörden, Versicherungen und aus dem Handwerk waren in die Drei-Flüsse-Stadt gekommen, um sich umfassend über die wichtigsten Parameter der Sanierung von Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen zu informieren.

Die lebhafte Diskussion zwischen den einzelnen Vorträgern ergab, dass auch unter Sachverständigen und Fachplanern noch Unsicherheiten herrschen über einzelne Ausführungsmaßnahmen und –varianten. Mangels zeitgemäßer bauordnungsrechtlicher Rahmenbedingungen und normativer Vorgaben in diesem speziellen Bereich sei man häufig auf sich allein gestellt und deshalb für die Zusammenarbeit mit der Industrie dankbar. Norbert Schröter, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauchemie, sieht hier alle am Bau Beteiligten in der Pflicht, sich für einen klaren regulativen Hintergrund und konkretere Ausführungsempfehlungen bei Hochwassersanierungen politisch einzusetzen, denn: "Das nächste Hochwasser kommt bestimmt!" Schröter hatte eingangs auch im Namen des Mitveranstalters Deutscher Holz- und Bautenschutzverband (DHBV) die Teilnehmer begrüßt, Tagungsprogramm und Referenten vorgestellt. Dabei ging er insbesondere auf die wichtige Rolle bauchemischer Produkte und Verfahren für eine fachgerechte und nachhaltige Sanierung von Hochwasserschäden ein. Schröter bedauerte, dass bereits eine große Anzahl an Wohnhäusern teils nicht älter als zehn Jahre ohne wissenschaftliche Begleitung abgerissen und entsorgt worden sind.
Sven Illgen (Köster Bauchemie AG) skizzierte in seinem Eröffnungsvortrag die Bedeutung bauchemischer Produkte für die Gebäudesanierung nach Hochwasser. Technische Trocknung mit verschiedenen Verfahren sei für nachhaltige Wirkung und schnellen Baufortschritt in jedem Fall zwingend, so Illgen, eine anschließende Schadensdokumentation die beste Grundlage für ein Sanierungskonzept. Illgen beschrieb u.a. als praktisches Beispiel die Beseitigung von Verölungen in den Schritten Reinigung mit Ölemulgatoren, Entfernen mit Hochdruckreiniger, Absaugen des Schmutzwassers, Versiegelung mit Epoxidharz und Neuaufbau mit zementgebundenen Putzsystemen.
Arno Kohls (Saint-Gobain Weber GmbH) präsentierte Innenabdichtungen und Verbundkonstruktionen als Sanierungs- und als Vorbeugemaßnahmen bei Hoch-wasserschäden. Maßgebend sei hier das Merkblatt 4-6 des Wissenschaftlich Technischen Arbeitskreises (WTA). Kohls schilderte den vielen Praktikern im Publikum den technischen Aufbau der Innenabdichtung und beschrieb die Arbeitsschritte für das Verfahren. "Der Boden-Wandanschluss muss besonders sorgfältig und als wannenartige Konstruktion ausgeführt werden, die am Boden fortgeführt wird." Kohls griff in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung von Systemen auf, denn hier haftet der Hersteller für die Wirksamkeit der aufeinander angestimmten Produkte.
Mit dem Vortrag von Wolfgang Dehmel (PCI Augsburg GmbH) ging es in die Detaillösungen bei der Sanierung. Durchfeuchtungen durch Hochwasser und nachfolgend Ablösungen von keramischen Belägen waren sein Thema. Reparatur der partiellen Schädigungen und Neuverlegung Fliese auf Fliese schilderte er als geeignete Maßnahme für kleinere Flächen. "Bei größeren Schadensbildern sind ein kompletter Rückbau und Neuverlegung oft unvermeidlich." Findet der Neuaufbau auf feuchten Untergründen statt, so ist eine Verbundabdichtung oder der Einbau einer entkoppelnden Abdichtungsbahn vor der Fliesenverlegung möglich, so Dehmel.
Wie sich die Situation bei nichtkeramischen Bodenbelägen darstellt erläuterte Günther Hermann (Mapei GmbH). Er beschrieb zunächst die Einflüsse von Feuchtigkeit auf Bodenbelagsmaterialien und als Lösungsmöglichkeiten je nach Schadensbild Rückbau und Neuaufbau, Absperren  oder falls der Untergrund trocken und belegreif ist den normalen Aufbau eines Fußbodensystems aus filmbildender Grundierung, Spachtelung und Belagskleber. Anschaulich wurde die Theorie an verschiedenen Baustellenbeispielen geschildert, thematische Klammer von Günter Hermann war dabei der schnelle Baufortschritt, der sich mit speziellen bauchemischen Produkten erreichen lässt.
Nachträgliche Bauwerksabdichtung außen und innen mit dem Schwerpunkt Keller und Sockel stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Rainer Spirgatis (Remmers Baustofftechnik GmbH). "Äußere Bauwerksabdichtung ist nicht immer durchführbar, daher kann zusätzlich oder ersatzweise eine mineralische Innenabdichtung notwendig werden", so Spirgatis. Er schilderte Schadenskreislauf und Verfahren zur nachträglichen Sockelabdichtung mit bauchemischer Horizontalsperre und Details zum "oft vernachlässigten" Spritzwasserschutz.
Dr. Constanze Messal (Micor Sachverständigenbüro Rostock) beantwortete die Frage "Erst das Wasser, dann der Schimmel?" Schnelligkeit und Gründlichkeit sind die wichtigsten Kriterien, die man erfüllen muss, wer Schimmel nach Hochwasser vermeiden will. Da dies auf den Baustellen oft nicht realisierbar ist, gab sie den Teilnehmern zahlreiche Fakten und praktische Empfehlungen für Maßnahmen gegen tatsächlichen Schimmelbefall mit. Sie plädierte dabei klar für die Feinreinigung statt purer Desinfektion. Letztere diene als temporäre Maßnahme allenfalls der Reduzierung des weiteren Wachstums, beseitige aber nicht die Ursachen der Schimmelbildung.
Zum Abschluss erfuhren die Teilnehmer, unter welchen Umständen sich zerstörende Organismen nach dem Hochwasser im Holz entwickeln und die Konstruktion schädigen können. Referent Ekkehard Flohr (Ingenieurbüro Flohr GmbH): „Um die Gefahr einer Holzschädigung zu minimieren oder zu beseitigen sind nach Feuchteeinwirkungen Bauteilöffnungen und technische Trocknung sehr hilfreich. Ziel ist es, das Holz auf die ursprüngliche Holzausgleichfeuchte zu bringen, um den holzzerstörenden Organismen die Lebensgrundlage zu entziehen." Die Reihe der Bauchemie-Fachtage wird fortgesetzt in Magdeburg (03.12.13) und Dresden (21.01.14)

Bildtexte:

  • Die Referenten beim Bauchemie Tag in Passau (v.r.) Wolfgang Dehmel (PCI Augsburg GmbH), Rainer Spirgatis (Remmers Baustofftechnik GmbH), Ekkehard Flohr (Ingenieurbüro Flohr GmbH), Günther Hermann (Mapei GmbH), Dr. Constanze Messal (Micor Sachverständigenbüro Rostock), Arno Kohls (Saint-Gobain Weber GmbH), Dirk Fischer (Köster Bauchemie AG), Norbert Schröter (Hauptgeschäftsführer Deutsche Bauchemie)    
  • Der große Saal der IHK Niederbayern in Passau war bis auf den letzten Platz gefüllt: mehr als 100 Teilnehmer waren zum Bauchemie Fachtag gekommen.
  • Norbert Schröter, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauchemie, begrüßte die Teilnehmer, stellte das Programm und die Referenten vor.

Fotos: Deutsche Bauchemie

Die Deutsche Bauchemie repräsentiert als Industrieverband die gesamte bauchemische Branche in Deutschland. Das Spektrum der 125 Mitgliedsunternehmen reicht vom kleinen und mittelständischen Spezialbetrieb bis zum weltweit operierenden Konzern. Mit rund 7,6 Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaften diese Unternehmen die Hälfte des europäischen Marktvolumens und etwa ein Viertel des Weltmarktes. Unter dem Dach des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) vertritt die Deutsche Bauchemie die Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen gegenüber der Fachöffentlichkeit, der Politik, nationalen und internationalen Behörden und Institutionen.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing.
Norbert Schröter
Hauptgeschäftsführung

Tel.: 069 / 25 56 - 1390
Fax: 069 / 25 56 - 1319

E-Mail: norbert.schroeternoSpam@vci.de