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Presseinformation

Baudichtstoffe in Theorie & Praxis - Erfolgreiche Premiere für das Branchen-Symposium der Deutschen Bauchemie

Norbert Schröter, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauchemie (DBC), konnte beim ersten Symposium Baudichtstoffe in Frankfurt über 100 Teilnehmer begrüßen, vor allem Planer, Architekten, Industrie- und Behördenvertreter sowie Fachleute aus verarbeitenden Unternehmen. Das Programm bei dieser Premiere bot viel technisches Know-how aus Theorie und Praxis in insgesamt acht kompakten Vorträgen.

In seiner Einführung gab Norbert Schröter zunächst einen kurzen Überblick zum Marktvolumen von Baudichtstoffen. In Europa bezifferte er dies mit rund 2,7 Mrd. €, weltweit sind es 6 Mrd. €. Asien kommt auf ein Marktvolumen von rund 1,8 Mrd. €, Nordamerika auf 1,3 Mrd. €. Die Deutsche Bauchemie widmet sich Baudichtstoffen seit 2011 im dafür gegründeten Fachausschuss 7. Schwerpunkte im Gremium sind Verarbeitungsfragen und Themen wie Dauerhaftigkeit, Umwelt, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Das Symposium soll vor allem einen Querschnitt durch die aktuell relevanten Themen der Branche geben, so Schröter.

Den Anfang im Vortragsprogramm machte Prof. Dr. Josef Felixberger (PCI Augsburg GmbH) mit einem technischen Grundlagenbeitrag über Baudichtstoffe. Er beschrieb die verschiedenen Fugentypen, die Arten von Baudichtstoffen in ihrer chemischen Zusammensetzung, ihren Eigenschaften und Anwendungsbereichen. Unter anderem zu Dichtstoffen auf Basis von Silikonen, Polyurethanen, Polysulfiden und Polyacrylaten gab er Verarbeitungstipps, analysierte Anwendungsfehler und erläuterte, wie man sie vermeiden kann.

Praxisnah auch das Thema von Ralf Heinzmann (Sika Deutschland), Obmann des Fachausschusses 7 der Deutschen Bauchemie und in dieser Funktion Initiator des Symposiums, stellte Baudichtstoffe als das Schlüsselbauteil für eine energiesparende und wasserdichte Fassadenkonstruktion in den Mittelpunkt. Aufgrund der immer häufiger genutzten Werkstoffkombinationen am Bau sei die Bedeutung elastischer Baudichtstoffe zwischen unterschiedlichen Materialien deutlich gewachsen. Anhand einer Fallstudie und mit entsprechenden Rechenwerten zeigte er den hohen Einfluss der mit Baudichtstoffen erreichbaren dichten Gebäudehülle auf den Energieeinsatz: „Eine gute Abdichtung spart umgerechnet bis zu 25% des Stromverbrauchs einer vierköpfigen Familie“, so Heinzmann.

Einen speziellen Anwendungsbereich beleuchtete anschließend Dr.-Ing. Ullrich Kluge vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt): Fugendichtstoffe in Anlagen zum Lagern, Abfüllen oder Umschlagen (LAU) wassergefährdender Stoffe. Er skizzierte die bauaufsichtlichen und wasserrechtlichen Anforderungen sowie die Zulassungsverfahren und das Zustandekommen von Verwendbarkeits- bzw. Brauchbarkeitsnachweisen auf europäischer Ebene. Ausführlich widmete sich Dr. Kluge den anstehenden Veränderungen durch die ab 1.7.2013 geltende Bauproduktenverordnung und die bis dahin greifenden Übergangsregelungen. Weiterentwicklungen von Fugenabdichtungssystemen sind nach seinen Worten künftig erforderlich u.a. für größere zulässige Verformungen, zur Instandsetzung in bestehenden Anlagen und zu Anschlüssen an Beschichtungssystemen. Für Fugendichtstoffsysteme mit größerer Einbautiefe wurden laut Dr. Kluge europäisch technische Zulassungen bereits erteilt.

Klaus Götze (Götze & Rabe Fugentechnik GmbH) sprach anschließend aus Verarbeitersicht von einem „Bürokratiemonster“ bei den zahlreichen zu beachtenden nationalen und europäischen Regelungen. In der Praxis auf den Baustellen zeige sich: „Nicht die Baudichtstoffe sind das Problem, sondern die Fuge bzw. deren fachgerechte Planung!“ Der Fugenfachbetrieb könne diese nicht ersetzen, so Götze. An die anwesenden Industrievertreter gerichtet waren einige konkrete Optimierungsvorschläge u.a. zur Verpackung und zum Handling mit den Gebinden.

Dass Schimmelbildung an Baudichtstoffen ein ernstzunehmendes Problem darstellt war die Ausgangsthese von Dr. Wolfgang Hofbauer (Fraunhofer Institut für Bauphysik, IBP). Nach der Ursachenbeschreibung – vor allem Feuchte - erläuterte er Maßnahmen zur Vorbeugung, darunter die richtige Pflege, gezielte Materialauswahl und ein entsprechendes Feuchtemanagement. Biozide Wirkstoffe seien hier ebenfalls wirksam, zumindest für eine gewisse Zeit. Auch Photokatalyse hilft Schimmelbildung zu vermeiden. Dr. Hofbauer stellte dazu ein neues Testverfahren vor, mit dem sich photokatalytische Eigenschaften von Baustoffen vergleichend beurteilen lassen.

Mit dem Einsatz in Sanitär- und Feuchträumen skizzierte Guido Adolph (Henkel AG) im anschließenden Vortrag einen klassischen Anwendungsbereich von Baudichtstoffen. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Fugenplanung, die sich im Sanitärbereich auf Feldbegrenzungs- und auf Anschlussfugen konzentriere. Bei beiden komme es wesentlich auf die richtige Fugendimensionierung („Nicht unter 8 mm Breite im Sanitärbereich!“) an, so Adolph. Nachhaltigkeit, Baustoffverträglichkeit, Inhaltsstoffe, Produkt- und Funktionssicherheit sieht Guido Adolph als jene Themen an, die in der Branche zukünftig an Bedeutung gewinnen werden.

Viele der Teilnehmer kommen früher oder später in eine Beratungssituation mit Kunden. Hier drohen juristische Fallen, die Dr. Peter Hoffmann (MHP Rechtsanwälte, Stuttgart) anhand konkreter Praxisbeispiele verdeutlichte. Ein Vertrag kann dabei schnell, mündlich wie stillschweigend, zustande kommen – mit entsprechenden Konsequenzen für den Berater. Vorbeugend riet der Jurist, in jeder Fallsituation detaillierte Fragen an Planer und Auftraggeber zu stellen, alle Vorgänge und Absprachen zu dokumentieren und zu sichern: „Risiken können vermieden werden, wenn das Umfeld des konkreten Anwendungsfalls sorgfältig mit berücksichtigt wird, eine sicher vertretbare Lösung präsentiert und der Vorschlag dauerhaft dokumentiert wird.“

Zum Abschluss erfuhren die Teilnehmer Aktuelles zur CE-Kennzeichnung von Baudichtstoffen. Dr. Andreas Bolte (Henkel AG) schilderte den Weg dorthin und erklärte, die CE-Kennzeichnung von Fugendichtstoffen werde nach heutigem Stand ab Juli 2014 verpflichtend. Detailanforderungen sind in der EN 15651 Teil 1-5 festgelegt, jedoch seien noch umfangreiche Vorarbeiten seitens der Industrie notwendig. Im Fachausschuss 7 wird dazu gerade eine Informationsschrift der Deutschen Bauchemie vorbereitet, die 2013 zur Verfügung stehen soll.

Die positive Resonanz aus allen Teilen der Branche auf das erste Symposium Baudichtstoffe, die anregenden Diskussions- und Fragerunden machen eine Neuauflage der Veranstaltung in einem Zwei-Jahresrhythmus wahrscheinlich.

Bildtext Gruppenfoto:

Referenten und Veranstalter des 1. Symposiums Baudichtstoffe (v.r.): Prof. Dr. Josef Felixberger (PCI), Dr.-Ing. Ullrich Kluge (DIBt), Klaus Götze (Götze & Rabe Fugentechnik), Dr. Andreas Bolte (Henkel), Dr. Wolfgang Hofbauer (IBP), Ralf Heinzmann (Sika, Obmann FA 7 DBC), Dr. Evelyn Roßkamp (FA 7 DBC), Norbert Schröter (Hauptgeschäftsführer DBC)

 

Die Deutsche Bauchemie repräsentiert als Industrieverband die gesamte bauchemische Branche in Deutschland. Das Spektrum der 120 Mitgliedsunternehmen reicht vom kleinen und mittelständischen Spezialbetrieb bis zum weltweit operierenden Konzern. Mit rund 7,6 Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaften diese Unternehmen die Hälfte des europäischen Marktvolumens und etwa ein Viertel des Weltmarktes. Unter dem Dach des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) vertritt die Deutsche Bauchemie die Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen gegenüber der Fachöffentlichkeit, der Politik, nationalen und internationalen Behörden und Institutionen.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing.
Norbert Schröter
Hauptgeschäftsführung

Tel.: 069 / 25 56 - 1390
Fax: 069 / 25 56 - 1319

E-Mail: norbert.schroeternoSpam@vci.de