5. Symposium Baudicht­stoffe mit breiter Themen­palette

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Das 5. Symposium Baudichtstoffe fand am 28. Oktober 2021 aufgrund der Pandemie-Situation erstmals als Webinar statt. Die Teilnehmer bekamen ein vielseitiges Informationspaket präsentiert zu Praxis- und Rechtsthemen, zur Europäischen Normung und Chemikaliengesetzgebung sowie zu Building Information Modeling (BIM).

Norbert Schröter, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauchemie, begrüßte über 100 Teilnehmer aus Planung, Behörden, Industrie und Fachhandwerk zur 5. Auflage des 2012 erstmals durchgeführten Symposiums Baudichtstoffe.

Mario Sommer (Sopro Bauchemie) startete das Programm mit einem Vortrag über elastische Dichtstoffe für Straßen, Wege und Plätze. Flächen in gebundener Bauweise würden vor allem im öffentlichen Raum immer häufiger eingesetzt, erläuterte Sommer, damit wachse die Bedeutung der Feldgrößen und Bewegungsfugen. Er beschrieb den fachgerechten Einbau von Bewegungsfugen in solche Flächen und an aufgehenden Bauteilen. Funktionalität und Dauerhaftigkeit seien die entscheidenden Anforderungen für die in diesen Bereichen verwendeten Dichtstoffe.

Zehn neue Gerichtsentscheidungen aus dem Bauvertragsrecht stellte anschließend Jörg Teller (SMNG Rechtsanwaltsgesellschaft) vor. Dabei ging es unter anderem um die Leistungsbeschreibung, Bedenkenanmeldung, das Abnahmeprotokoll, die Definition von Baumängeln und Fragen der Gewährleistung. Im Chat äußerten einige Teilnehmer anschließend konkrete Fragen, vor allem zur Bedenkenanmeldung, die der Rechtsanwalt mit Hinweisen auf die Bedeutung der richtigen Form beantwortete.

Ina Hundhausen (Sika Deutschland) schilderte die Historie und den aktuellen Stand der Aktivitäten der Deutschen Bauchemie zu Building Information Modeling (BIM). Dabei stand unter anderem der aufwändige Prozess zur Erarbeitung von Merkmalslisten im Vordergrund, die es für Fliesenverlegesysteme und Parkhausbeschichtungen bereits gibt. „Bis 2022 werden wir in den zuständigen Gremien auch für die Baudichtstoffe die notwendigen Basisdokumente zur Arbeit mit BIM fertigstellen“, kündigte Ina Hundhausen an.

Ausgehend von der EN 15651 (Teile 1-5) skizzierte Christoph Schrader (SKZ Testing) wesentliche Grundzüge der Prüfung und Kennzeichnung von Dichtstoffen auf nationaler und internationaler Ebene. Beschrieben wurden relevante Prüfungen, Kriterien und Abläufe unter anderem für Fugendichtstoffe für Fassadenelemente, Verglasungen oder Fußgängerwege. Schrader schilderte den Prozess der CE-Kennzeichnung von Hochbaudichtstoffen und gab detaillierte Informationen über die notwendigen Elemente der Gebindebeschriftung. Er verwies auch auf die besondere Situation der Kennzeichnung für den britischen Markt; hier wird ab 2023 die CE-Kennzeichnung durch das Label „United Kingdom Conformity Assessed – UKCA“ ersetzt.

Die in der Europäischen Chemikaliengesetzgebung (REACH-Verordnung) fixierte Beschränkungsregelung für Diisocyanate wie z. B. PU-Dichtstoffe erläuterte im abschließenden Vortrag des Symposiums Martin Glöckner (Deutsche Bauchemie). Kernpunkte sind die Kennzeichnungs- und Informationspflichten des Lieferanten gegenüber dem Abnehmer, die ab dem 24.02.2022 notwendig sind sowie die, spätestens ab dem 24.08.2023 vorzuweisenden Sicherheitsschulungen, die vor der industriellen oder gewerblichen Verwendung von Diisocyanaten erfolgreich absolviert werden müssen. Martin Glöckner schilderte den juristischen Hintergrund (Rechtstext), die Schulungspflichten im Detail und die Umsetzung bei gewerblichen Anwendungen, die von den Herstellern zusammen mit dem Europäischen Dicht- und Klebstoffverband (FEICA) erarbeitet wurden. Hierzu zählt vor allem ein Online-Training, das ab Dezember 2021 auch in Deutsch verfügbar sein wird (www.safeusediisocyanates.eu ).

Norbert Schröter, der am Ende der Vorträge jeweils die Chat-Fragerunden der Teilnehmenden moderiert hatte, gab sich in seinem Schlusswort optimistisch, das 6. Symposium Baudichtstoffe im Herbst 2023 wieder als Präsenzveranstaltung durchführen zu können.

 

Foto: © Deutsche Bauchemie/Sopro Bauchemie GmbH

 

Die Deutsche Bauchemie vertritt seit über 70 Jahren die Interessen ihrer Mitgliedsfirmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber der Fachöffentlichkeit, Politik, Behörden, Wissenschaft und Medien. Der Industrieverband gehört als Fachorganisation zum Verband der Chemischen Industrie (VCI). Die mehr als 130 Mitgliedsunternehmen erwirtschafteten 2020 mit rund 32.000 Beschäftigten einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro. Das entspricht der Hälfte des europäischen Marktvolumens und etwa einem Viertel des Weltmarktes.


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